»Ein Non-Fungible Token (NFT) ist ein kryptografisch eindeutiges, unteilbares, unersetzbares und überprüfbares Token, das einen bestimmten Gegenstand, sei er digital oder physisch, in einer Blockchain repräsentiert.« Soweit Wikipedia… Worin besteht aber nun der Hype um die NFTs, vergleichbar mit dem, was wir seit Jahren rund um Bitcoin & Co. erleben? Seit vergangenem Jahr sind die NFTs nicht mehr nur in der Gamerszene ein Begriff, sondern im Mainstream angekommen. In Zeiten niedriger Zinsen sind Investitionen in NFTs im Blick aller, die mit Kunst in Form von Gemälden, Fotografien und Graffiti ihr Vermögen anlegen und mehren möchten. Vorsicht ist aber trotz aller Möglichkeiten in jedem Fall angebracht: Da NFTs selbst keinerlei intrinsischen Wert besitzen, kann das Geschäft mit den Blockchain-Objekten auch schnell nach hinten losgehen. Um NFTs zu verstehen, müssen wir uns zuerst kurz mit Blockchain beschäftigen, um zu sehen, wie sich die non-fungible Token dort einfügen. Das sicherlich bekannteste Blockchain-Projekt ist Bitcoin. Die BitcoinBlockchain ist allerdings auf die Nutzung als Kryptowährungsplattform beschränkt. Das ist nicht bei allen Blockchains so. Generell ist eine Blockchain eine dezentrale Datenbank, die sich aus Blöcken zusammensetzt. Dabei enthält jeder Block zum einen die eigentlichen Daten, die darin gespeichert werden wollen, zum anderen einen eindeutigen Hash-Wert, der sicherstellt, dass der Dateninhalt unverändert ist. Neben dem eigenen Hash-Wert kennt jeder Block auf der Chain den Hash-Wert des VorgängerBlocks. Auf diese Weise sind die Daten in der Blockchain sicherer vor Manipulationen als in gewöhnlichen Datenbanken. Diesen Aspekt machen sich die NFTs zunutze. WAS SIND WALLETS? Die meisten von uns nutzen bereits WALLETS wie Apple Pay oder PayPal. Krypto-Wallets sind eine spezialisierte Art von Wallet, in der die Schlüssel der Kryptowährungen gespeichert werden, Anleger können hier ihre erworbenen NFTs speichern. Wallets sind ferner eine Mindestanforderung, um auf Content-Plattformen überhaupt NFTs erwerben zu können. Eine Wallet enthält allerdings die Vermögenswerte "nicht wirklich", also physisch, sie speichert nur Informationen über den Blockchain-Standort der Vermögenswerte. Zusammenfassend gesagt: Ethereum-Wallets sind Anwendungen, die uns mit unserem Ethereum-Konto interagieren lassen, z.B. Guthaben ansehen, Transaktionen vornehmen und Anwendungen nutzen. 2 ETHEREUM Ethereum ist ein dezentralisiertes Netzwerk, das auf der BlockchainTechnologie von Bitcoin basiert. Neben Überweisungen (analog dem Umgang mit Bitcoins) ermöglicht Ethereum das Ausführen von automatisierten Verträgen, sogenannter Smart Contracts. Zu den Anwendungen gehört zum Beispiel das dezentrale Finanzwesen, da alle Teilnehmer mit einer Ethereum-Blockchain eine gemeinsame Datenbasis nutzen. Um teilzunehmen, bedarf es eines EthereumClients, der sich vor der Verwendung mit dem Netzwerk synchronisiert, also mit jeder seit der letzten Synchronisation in der Blockchain dokumentierten Transaktion. Mehr Infos zur Methodik und zum Einsatz finden Sie unter https://ethereum.org/de/ 1 NFT-PLATTFORMEN Wir sind auf einem guten Weg! Nachdem wir unsere Wallet angelegt und "gefüllt" haben, steht mit der Registrierung bei einer oder mehrerer NFT-Plattformen der nächste wichtige Schritt an. NFT-Plattformen ermöglichen den eigentlichen Handel mit den Non-Fungible Tokens. Die Anbieter unterscheiden sich hinsichtlich der Ausrichtung der angebotenen Objekte. Es gibt breit aufgestellte Universalmarktplätze, absolute Spezialisten (z. B. für das Thema Fotografie) genauso wie junge Plattformen, die innovative Hybridkunst vorstellen. Aber auch hinsichtlich der Blockchain, auf der die Plattform entwickelt wurde, gibt es Unterschiede. 4 DIE RICHTGE WALLET Das Angebot an NFT-Wallets wächst stetig. Damit NFTs wirklich langfristig sinnvoll gesichert sind, sollte man in keinem Fall »irgendeine« NFT-Wallet nutzen, sondern die verschiedenen am Markt befindlichen NFT-Wallets gründlich recherchieren und die dann individuell stimmigste auswählen. Um diesen Prozess zu erleichtern, folgen zwei aktuelle Übersichten der Profis von beincrypto und coincierge (beide Stand 07/2022). https://de.beincrypto.com/lernen/7-best-nftwallets/ https://coincierge.de/nft/nft-wallet/ 3 ÜBERSICHT PLATTFORMEN OPENSEA ist der weltweit größte digitale Marktplatz für Krypto-Sammlerstücke und NFTs und bietet einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Es werden nämlich auch NFT-Werke angezeigt, die man auf anderen NFT-Plattformen besitzt. OpenSea ist nicht kuratiert, daher sind die präsentierten Schöpfungen höchst unterschiedlich hinsichtlich Qualität und Wert. Um NFTs auf OpenSea kaufen und verkaufen zu können benötigt man ein Ethereum-NFT-Wallet. https://opensea.io FOUNDATION ist eine sogenannte »Invitation-only«-Plattform. Wer als Künstler oder Künstlerin mitmachen möchte, benötigt eine Einladung von einem bereits auf der Foundation aktiven Artist. Die Plattform ist sehr angesagt, da das Konzept für – Stand heute – qualitativ hochwertigen Content steht. So finden sich auch Werke sehr bekannter Künstler auf Foundation. https://foundation.app RARIBLE Auf Rarible blinkt es wie in den besten Internet-Zeiten, als der Tag <blink> noch funktionierte. Rarible ist nicht kuratiert, alle können auf dieser NFT-Plattform ihre Werke hochladen. Ein kleines Qualitätslabel ist das kleine gelbe »verified badge«. Hier gelingt es durchaus, ein »Schnäppchen« zu ergattern, allerdings braucht es aufgrund der hohen Anzahl von Werken Geduld beim Stöbern oder aber eine sehr gezielte Suche. https://rarible.com Text: Gerhard Langer 5 Alle Angeben und Erläuterungen ohne Gewähr. Stand 05/2022 HOWTO NFT Andreas Meyer NFT und Metaversum Im Eigenverlag, Taschenbuch, 29,97 €, u. a. erhältlich bei Amazon TIPP
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